09.11.16

Randen und Grünkohl-Chips aus dem Backofen


Heute früh habe ich erstmalig meine selbstgestrickte Mütze ausgeführt. Es ist kalt. Bin froh, dass ich nicht mehr auf den Märt muss. Diese Jahreszeit war jeweils ziemlich unfreundlich. Ich erinnere mich an eiskalte Finger und wenn es dann noch feucht oder gar nass war — ach, Erinnerungen.

Heute auf dem Marktplatz in Zürich-Oerlikon herrschte reges Treiben. Die Anzahl an Kindern war gross. Verschiedene Gruppen standen beieinander und waren mit Aufgaben beschäftigt. Ich erinnerte mich an den Blogbeitrag von meinem Mami. Es liess mich schmunzeln, einigen Wort-Bruchstücke der Kinder unbeobachtet zu lauschen.
Grünkohl- und Randen-Chips
Meine Einkaufsliste wollte ich abarbeiten. Ich bekomme Samstags «grossen» Besuch. Das habe ich dann natürlich nur halbwegs gemacht. Stattdessen habe ich Grünkohl und Randen gekauft und auf dem Heimweg beschlossen daraus Chips zu machen.

Die Idee, die Grünkohl-Blätter auf dem Gitter auszulegen, ist Blödsinn. Sie ziehen sich im warmen Ofen zusammen und schlingen sich so um den Rost. Gescheiter legt man sie auf ein Backblech.
Grünkohl-Chips; Kale-Chips
Grünkohl- und Randen-Chips

Randen (Rote Beete) Chips
Ofen auf 150°C Umluft vorheizen
Die Randen schälen und möglichst hauchdünn auf dem Hobel in Scheiben schneiden. ACHTUNG! Die roten Randen färben ganz schön ab. Es lohnt sich, farbgetrennt zu arbeiten. In einer Schüssel etwas feingemalenes, mildes Meersalz und wenig Olivenöl mischen, damit die Randenscheiben mit den Händen einreiben und auf ein mit Backtrennpapier ausgelegtes Blech legen. Je nach Dicke des Gemüses 10—30 Minuten im Backofen knusprig backen.

Grünkohl-Chips
Ofen auf 150°C vorheizen
Die Grünkohl-Blätter gründlich waschen und trocken schütteln. Die Blätter vom Stengel zupfen und in kleinere Stücke reissen. In einer Schüssel etwas feingemalenes, mildes Meersalz und wenig Olivenöl mischen, damit die Grünkohl-Blätter mit den Händen einmassieren und auf ein mit Backtrennpapier ausgelegtes Blech legen. Im Ofen ca. 10 Minuten knusprig backen. Die Blätter sollen nicht braun werden, sonst werden sie bitter.

Ich würde die Chips jeweils frisch zubereiten, denn eigentlich lassen sie sich nicht gut lagern, sie werden rasch weich. Ich habe dennoch zum Test ein gut verschliessbares Einmachglas gefüllt. Schau mer mal.
Randen-Chips
Randen-Chips
Grünkohl-Chips; Kale-Chips

07.11.16

Zimt-Nuss-Schnecken


Ich wollte eigentlich etwas anderes backen. Ein Mohnstrudel sollte es werden. Ich googelte mich durchs Internet auf der Suche nach einem passenden Rezept. Im Frühjahr auf meiner Heimreise aus dem Südtirol habe ich bei Billa zwei Beute Mohnfülle gekauft, einen davon wollte ich endlich ausprobieren.

Auf Antonias Rezept-Blog Health Inspirations entdeckte ich das Rezept für Mohnstrudel. Ich schrieb mir die Angaben für den Hefeteig raus und vergass dabei das Ei ! Schon beim Kneten in der Kitchenaid wurde mir klar, da stimmt was nicht. Ich dachte die Menge an Milch wäre falsch (ich hatte nämlich die Zutaten halbiert) und gab welche zu. Erst als ich den bleichen Teig nach dem Gehen in der Schüssel so betrachtete wurde mir klar, dass ich das Ei vergessen habe.

So entschied ich, den Teig nicht mit der Mohnfülle zu einem Mohnstrudel zu verarbeiten sondern kurzerhand daraus Zimt-Nuss-Schnecken zu zaubern. Fix hackte ich eine Tüte Baumnüsse, verteilte auf dem rechteckig ausgewallten Teig grosszügig Muscovado-Zucker, gab die Nüsse und ein paar Butterflöckchen darüber und rollte alles zu einer Rolle. Daraus schnitt ich 12 gleichgrosse Stücke.

Die wurden dann bei 250°C 8 Minuten im Backofen bei Ober- und Unterhitze in der Muffinform gebacken.

Gar nicht übel. Eigentlich ganz lecker!
Hefezimtschnecken
Das Rezept für den Mohnstrudel werde ich in Kürze veröffentlichen. Der Teig geht gerade… Ein älteres Rezept von mir für kleine Hefe-Zimt-Schnekcken habe ich hier veröffentlicht.

24.10.16

Dumplings. Gedämpfte asiatische Teigtaschen.

Mmmmmhhhh … Da war letzte Woche ein Bericht im Radio. Ein neues Restaurant hat in Zürich eröffnet. Ganz auf Dumplings ausgerichtet. Die Besitzerin war im Studio und erzählte über das Konzept und dass sie total überrant werden. Schwierig grad, einen Platz im Restaurant zu ergattern. Da dachte ich mir: Ha! Dann mach ich sie halt selbst.
homemade Dumplings asia style made by LeLo machetwas.blogspot.com
Beim Rezepte googeln und auf Pinterest in schönen Bildern schwelgen, stiess ich auf Techniken und unterschiedliche Teigrezepte. Für die Füllung interessierte ich mich weniger. Da wollte ich meinem eigenen Geschmack folgen.

Ich kann folgende Quellen empfehlen.
Teig: Susann und Yannic von Krautkopf mit ihrem Blogpost für OTTO
Falttechnik: Youtube-Video von China Sichuan Food, How to Make Dumplings

Dumpling-Teig ergibt ca. 20 Stück
75 g Weizenmehl plus Mehl zum Verarbeiten
1 EL Speisestärke [Maizena]
1 grosse Prise Meersalz
75 ml heisses Wasser

Mehl, Speisestärke und Salz gut vermischen, mit heissem Wasser übergiessen und zu einem elastischen Teig kneten. In Folie wickeln und eine halbe Stunde ruhen lassen.

vegetarische Füllung für 20 Dumplings
1 mittlere rote Zwiebel
zwei handvoll feingewürfelte dunkle Champions
ca. 150g feingeschnittenen Weisskohl
1 gehäuften Esslöffel Muscovado- oder Rohzucker
1 TL Sojasauce
¼ TL Sambal Olek
1 Prise Meersalz
1 EL Rapsöl

Pilze im heissen Öl anziehen, Kohl und Zwiebeln zugeben und mit dem Zucker glasieren. Würzen und ca. 5 Minuten dünsten. Vom Herd nehmen und leicht auskühlen lassen.

Füllung mit Fleisch für 20 Dumplings
1 mittelgrosse Zwiebel
ca. 150g feingewürfelter Weisskohl
1 gehäuften Esslöffel Muscovado- oder Rohzucker
1 EL Fischsauce
1 Prise Meersalz
1 EL Rapsöl
ca. 100 gehacktes Rindfleisch

Zwiebeln und Weisskohl im heissen Öl anziehen mit Zucker glasieren und mit Fischsauce und Meersalz würzen. Ca. 5 Minuten dünsten. Vom Herd nehmen und leicht auskühlen lassen, mit dem rohen Hackfleisch mischen.

Dumplings füllen und falten
In den Teigballen mit einem Finger ein Lock drücken und einen gleichmässigen Ring formen. Aufschneiden und die Rolle in ca. 18–20 gleichgrosse Stücke schneiden.
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Auf wenig Mehl die einzelnen Teigstückchen rund, hauchdünnen ca. 7cm Durchmesser gross auswallen.
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1 Teelöffel Füllung in die Mitte des Teiges legen und zur Hälfte, oben mittig zusammendrücken, von der Mitte aus nach rechts, bzw. nach links die eine Teigseite in Falten legen — wie im Youtube-Video ab 3:17 min anschaulich gezeigt — und so zu einem typischen Dumpling falten. Eine zweite Variante ist, den Teig zu einem kleinen Beutelchen zusammenzudrücken. Sieht total hübsch aus, hat jedoch einen klitzekleinen Nachteil, sie bleiben gekocht, da wo viel Teig ist etwas hart.

homemade Dumplings asia style made by LeLo machetwas.blogspot.com
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Dumplings entweder in heissem Salzwasser ca. 7 Minuten ziehen lassen. Wer hat, der nimmt natürlich das stilechte Bastkörbchen. Ich habe den seit Jahren im Schrankfuss eingelagerten Lékué Silikon-Dampfgar-Aufsatz erstmalig ausprobiert. Überraschenderweise passt er perfekt auf meinen Kochtopf. Ich bin begeistert. Jetzt werde ich mir noch weitere Füllungen ausdenken und ausprobieren. Das sind mit Sicherheit nicht die letzten Dumplings die ich gemacht habe.

21.10.16

Buchweizen-Spätzli und frisches Gemüse vom Bauer

Wenn der Bauer mit dem Traktor an der Strassenecke Gemüse direkt vom Feld verkauft, dann kann es vorkommen, dass ich mehr einkaufe, als geplant.
Dann gibt es zum Zmittag Spätzli aus litauischem Buchweizenmehl mit Krautstiel vom Bauer aus Weinigen, Engadiner Salsiz-Würfeli und Urner Bergchäs auf Grosmutters Geschirr.
Buchweizen-Spätzli mit Krautstiel Bündner Salsiz und Bergkäse

Spätzli oder Knöpfliteig
70 g Buchweizenmehl
30 g Weissmehl
oder 100 g Mehl
1 Ei
eine grosse Prise Salz
etwas Mineralwasser

Alle Zutaten mit dem Holzlöffel zu einer zähflüssigen Teig verrühren. Mit dem Holzlöffel aufschlagen bis sich Blasen bilden. 20 Minuten ruhen lassen. Durchs Spätzle-Sieb, den Chnöpfli-Hobel oder die Spätzlepresse drücken, oder vom Holzbrett direkt ins siedende Salzwasser schaben. Wenn sie aufschwimmen mit der Schaumkelle abschöpfen und in geschmolzener Butter schwenken. Mmhhhh. Das schmeckt mir und passt bestens zu dem garstigen Wetter.

17.10.16

Blattgrün und die Frage wie man seine Farbe konserviert.

Ein Test. Ein Versuch.
Teekräuter sind immer grün. Nichts wird braun, alles behält seine Farbe. Blüten sind noch viel krasser. Ringelblumenblüten bleiben gelb oder orange, Kornblumenblüten blau. Laub wird braun.

Letztes Jahr zum Samichlaus hat mir Bappi ein Blätterschälchen mit Christbaumkugeln geschenkt. Es war braun und in diesem Zusammenhang begann ich zu überlegen, was zu tun ist, dass grüne Blätter grün bleiben. Botanische Sammlungen von Blättern, Blumen und Kräuter sind doch auch bunt und nicht einfach nur braun. Ob man die Blätter im Frühling, im Vollsaft abzupfen muss?

Nun habe ich gestern Blätter und Kräuter vom Balkon geflückt und im dunklen Schrankfuss zum trocknen ausgelegt:
Bin gespannt, was die Farbe verliert und was bunt bleibt. Von den Weinblättern habe ich noch zusätzlich zwei Blätter zwischen Zeitungspapier und einen Stapel Kochbücher gelegt, zum pressen.

10.10.16

Anti-Herbstblues-Rezept:
scharfe Ingwer-Karotten-Suppe

Herbstzeit, Suppenzeit!
Darum habe ich heute eine Anti-Herbstblues-Suppe im Angebot.

Ich bin erkältet, die Nase juckt, der Kopf pocht. Nachricht an meine Gesundheitszenrale: Krankwerden liegt nicht drin. Ich versorg dich jetzt mit den nötigen Ressourcen für eine rasche Genesung. Deal?



scharfe Ingwer-Karotten-Suppe mit Speck und Thymian
für 2 grosse Portionen

4 Tranchen Bratspeck
½ Zwiebel
1 dicke Karotte
1 mehlig kochende Kartoffel
1 daumengrosses Stück frischen Ingwer
2 dl sauren Most (Apfelsaft)
5 dl Hühnerbouillon
1 dl Rahm
Pfeffer
frischer Thymian
1 Messerspitze Peperoncini
Madras Curry (MIGROS SÉLECTION)

Zwiebel hacken, Ingwer fein schneiden oder raffeln. Karotte und Kartoffel schälen und in Scheiben schneiden.
Speck in Stücke schneiden und knusprig braten. Die Zwiebelstückchen und den Ingwer dazugeben und glasig dünsten.
Karotten und Kartoffeln zugeben und andünsten, mit dem sauren Most ablöschen. Hühnerbouillon zugeben und köcheln lassen, bis die Karotten und Kartoffeln weich sind. Speck rausfischen.
Rahm beigeben und mit dem Stabmixer pürieren.
Mit Madras Curry, Pfeffer, Peperoncini und frischem Thymian kräftig würzen.
Beim Anrichten Speckstückchen dazugeben.

Die Suppe heizt schön ein, weckt die Lebensgeister und geht für mich in die Kategorie Soulfood. Tut einfach richtig gut.

03.10.16

Butterzopf nach Markus Neff

Bevor ich ins Waldhotel Fletschhorn in Saas Fee gereist bin, habe ich recherchiert. Mehrheitlich suche ich mir Hintergrund-Informationen nach meinen Reisen. Ich bin nicht besonders gut in Reisevorbereitungen, ich lass mich grundsätzlich lieber überraschen, treiben und verarbeite danach all das, was ich ansatzweise entdeckt habe und tauche dann nochmals richtig in das Erlebte ein.

Bei meiner Vorrecherche zu Markus Neff stiess ich auf die Fernsehsendung Myriam und die Meisterbäcker. Da besuchte Myriam Zumbühl Markus Neff in Saas Fee. Gemeinsam bucken sie zwei Zöpfe für den Schiiterhufe in der Luxus-Version (für den Schiiterhufe verwendet man eigentlich altes Brot). Ich war überrascht über die Menge Zucker und Salz zu gleichen Teilen, die ich im Rezept fand. Das Rezept habe ich gepinnt, aber nicht ausprobiert.

Waldhotel Fletschhorn Saas Fee
Frühstück im Waldhotel Fletschhorn Saas Fee
Sonntag-Morgen, im warmem Morgenlicht beim friedlichen Zmorge mit frischer Bergluft, auf der Terrasse des Waldhotel Fletschhorn in Saas Fee biss ich in den Anschnitt eines butterzarten Zopfes und da machte es klick. Das muss ER sein. Besser, als alles was ich an Zopf je aus meinem Ofen gezogen habe. Ja, wirklich.

Wieder zurück Zuhause war dann nicht Zopf das Hauptthema. Erst musste ich noch meine Waffel-Eisen-Alternative erfinden, ein bisschen arbeiten, die Glace-Maschine wiederbeleben und mich um die Küche meiner Kindheit kümmern. An irgendeinem Morgen überkam mich dann die Zopf-Lust und ich begann den Teig nach diesem Rezept vorzubereiten.
Rezept Butterzopf nach Markus Neff, Waldhotel Fletschhorn Saas Fee

Ja, an der Optik sollte ich noch etwas arbeiten. Ansonsten schmeckt er fast genau so gut wie hoch oben in den Bergen. Auf alle Fälle ist dieses Rezept das beste je ausprobierte. Kommt halt vom Profi …

Eine wunderbare Erinnerung an ein unvergessliches Wochenende im Wallis. Getoppt mit der süssen, fruchtigen Aprikosen-Konfitüre. Ein wahrer Genuss.
Butterzopf nach Markus Neff, Waldhotel Fletschhorn Saas Fee mit Walliser Aprikosen Konfitüre vom Fletschhorn
Butterzopf nach Markus Neff, Waldhotel Fletschhorn Saas Fee
Butterzopf mit Aprikosen-Konfitüre nach Markus Neff, Waldhotel Fletschhorn Saas Fee
Butterzopf nach Markus Neff
½ kg Mehl
15 g Zucker
15 g Salz
3 dl Milch
75 g Butter
15 g frische Hefe
1 Ei zimmertemperatur
1 Eigelb, mit wenig Rahm verrührt

1. Das Mehl in eine Schüssel geben. In der Mitte eine kleine Mulde machen. Die frische Hefe hineinbröckeln.
2. In einem kleinen Pfännchen die Butter schmelzen. Die Herdplatte abstellen, die kühlschrankkalte Milch beigeben. die Flüssigkeit sollte jetzt handwarm sein.
3. Das Ei und den Zucker zur Flüssigkeit geben und gut aufschlagen.
4. Einen kleinen Schluck der Flüssigkeit über die Hefe giessen und zu einem kleinen Vorteig anrühren. Ein paar Minuten quellen lassen.
5. Salz zur Flüssigkeit geben und gut verrühren. Die gesammte Restflüssigkeit zum Mehl geben und alles zu einem weichen, geschmeidigen Teig kneten.
6. Teig zurück in die Schüssel geben mit Frischhaltefolie abdecken und zugedeckt unter dem Kopfkissen oder der Bettdecke eine gute Stunde, bzw. ums doppelte aufgehen lassen.
8. Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
7. Teig aus der Schüssel nehmen und nochmals kurz durchkneten. Zu einem Zopf, einem Knoten oder kleinen Brötchen formen und auf ein mit Backtrennpapier belegtes Blech legen.
8. Zugedeckt nochmals eine halbe Stunde gehen lassen.
9. Zum Eigelb einen kleinen Schluck Rahm geben und gut vermischen. Damit den Zopf oder die Brötchen bestreichen.
10. ca. 35—40 Minuten in der Mitte des Ofens goldbraun backen.

Letzte Woche telefonierte ich mit meinem Mami. Beim Plaudern kam zur Sprache, dass mein Bappi sonntags einfach liebend gerne Zopf isst (unter der Woche sind meine Eltern Müesli-Esser) und da fragte ich sie ganz ungeniert. Söll ich dir eine bache ?

Diesen hier habe ich letzten Samstag meinen Eltern gebracht. Im Wissen, dass ich ihnen damit eine wahre Delikatesse für den Sonntags-Zmorge beisteuern konnte. Bei uns heisst er jetzt Fletschhorn-Zopf.
Butterzopf nach Markus Neff, Waldhotel Fletschhorn Saas Fee

01.10.16

knuspriges Weissbrot aus dem Topf. Neues Rezept

No Knead Bread, homemade by LeLo machetwas.blogspot.com
Dieses Brot, das Ungeknetete, welches im Gusseisernen Topf gebacken wird. Es ging ja bereits vor Jahren durch die Medien und ich habe es auch einige Male gebacken, dann aber wieder total aus dem Blickfeld verloren. Nun liegt es in einer neuen Version, frisch gebacken und herrlich duftend in meiner Küche.
No Knead Bread, homemade by LeLo machetwas.blogspot.com
Letzte Woche stolperte ich auf Pinterest über das No Knead Bread von pinch of yum. Da ich ja diese Amerikanischen Cups-, Tea- and Tablespoon-Messutensil mein eigen nennen darf, habe ich ruchzuck einen Brotteig angesetzt. Bis dato habe ich ihn nie besonders lange gehen lassen. Diesmal ruhte er knapp 24 Stunden im Kühlschrank, so wie ich das auch für die Baguette handhabe. Diese lange Gärzeit tut im gut, sehr gut.

Wenn ich das jetzt so lese, merke ich gerade, dass mein Topf ja ein Steingut-Topf ist und gar keiner aus Gusseisen — funktioniert jedenfalls tiptop.
No Knead Bread, homemade by LeLo machetwas.blogspot.com
Das Resultat ist eine Freude und ein Genuss zugleich.
No Knead Bread 5967
Original-Rezept von pinch of yum
3 cups Mehl
1½ teaspoons Salz
½ teaspoon Trockenhefe
1½ cups lauwarmes Wasser

Teig in einer verschliessbaren Box ansetzen und wenn immer möglich 24 Stunden im Kühlschrank gehen lassen.

Backofen inkl. dem Topf auf 250°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Währenddessen den Teig auf ein Backpapier stürzen und von allen vier Seiten einschlagen. Am besten geht das mit nassen Händen. So reisst das Brot beim Backen so schön auf.

Wenn der Backofen die Hitze erreicht hat, noch ein paar Minuten warten.

Den Topf aus dem Ofen nehmen, den Deckel abheben — ACHTUNG! sehr heiss — den Brotteig mit dem Backpapier in den Topf setzen, den Deckel drauf und in der Mitte des Ofens für 30 Minuten backen.

Deckel wegnehmen und weitere 10—15 Minuten bei gleichbleibender Hitze weiterbacken.

Mmmmhhh lecker!
pumpkin Hokkaido
Passt perfekt zu einer heissen, scharfen Kürbissuppe, jetzt wo der Herbst vor der Türe steht.

17.09.16

lästige Fruchtfliegen in die Falle locken …

Sie fliegen gerade wieder durch meine Küche. Hocken frech auf dem Holzbrett, am Küchenschrank und schwirren mir aufmüpfig um die Nase. Die Fruchtfliegen. Alles nur wegen einer überreifen Zwetschge. Hm. Nicht mit mir.


Nett habe ich die kleinen lästigen Viecher in die Falle gelockt.

Total Okay, Madame, wenn sie erst die Gebrauchsanleitung lesen!
He! Hier geblieben. Schmeckt wirklich lecker. Probier mal …
Und dann hab ich sie.

In ein umgedrehtes Untertellerchen gebe ich etwas Essig, heute besonders köstlich mit etwas Most angereichert. Dazu einen Tropfen Spühlmittel und fertig ist der Cocktail.

Das Spühlmittel-Tröpfchen bricht die Oberfläche, so ertrinken die Fruchtfliegen, die ansonsten auf der Essig-Most-Oberfläche aufsetzen könnten.

16.09.16

33 Jahre seit wir gemeinsam flogen …

Da lag ich in dieser heutigen Vollmondnacht wach und liess die Gedanken kreisen.
Gediminas Prospektas Vilnius
In drei Tagen fliege ich mit meinen Eltern für eine kurze Städtereise nach Vilnius, der Hauptstadt Litauens. Ich war im Frühjahr da, auf einer Blogger-Reise zur Lancierung des Germania-Direktfluges. Die Stadt hat mich begeistert und ich bin felsenfest überzeugt, dass sie meine Eltern ebenfalls packen und inspirieren wird.

Da lag ich also heute Nacht wach und überlegte. Wann flog ich letztmals mit meiner Mutter? Das muss lange zurückliegen. Wir sind nicht so oft gereist, wie man das heute tut. Wenn wir reisten, war das meist mit dem Zug. Ein Auto hatten wir keines. Also, ich rechnete — muss vermutlich 1983 gewesen sein.

Als ich dann heute Morgen bei meinen Eltern anrief, Mami meine Gedanken erzählte, bestätigte sie mir meine Vermutung. Jawohl. Das war 1983. Die ganze Familie flog damals von Zürich nach Barcelona. Das Ticket kaufte sie bei swissair, es hat pro Person 83 Franken gekostet. Der Flug war jedoch mit IBERIA, deshalb steht auch noch der Wechselkurs Schweizerfranken/Pesetas von 1.39 auf dem Ticket. Ich bekam Sitzplatz 17C, was von Hand beim Check-in vermerkt wurde.

Mit meinem Vater bin ich zuletzt nach Paris geflogen. Die Abenteuer-Geschichte habe ich hier vor kurzem erzählt.

Mami lieferte weitere Fotos und mit ihnen erwachen Erinnerungen. Auf dem Flughafen Barcelona, auf dem langen Rollband (heisst in der Fachsprache Fahrsteig) — wir hatten einen solch langen Fahrsteig zuvor noch nie gesehen — erregten wir Aufsehen. Papi hatte eine lederne Reisetasche mit Rollen (damals gab es noch keine Rollkoffer) und der Lärm, welcher diese Rollen erzeugten, herrschte für riesen Aufsehen.

An die Zugfahrt mit dem TALGO von Barcelona nach Valencia mag ich mich nicht mehr erinnern. Das Bild vom Bahnhof finde ich eine Wucht.

Auf dem Busbahnhof in Barcelona standen zig Busse. In keinem der Busse sass ein Chauffeur — so die Erinnerung — aber jeder Bus lief, im Leerlauf. Mein Papi witzelte: "Vermutlich kann bloss einer der Männer einen Bus anlassen. Der kommt morgens um 4 und startet alle Busse, dann lässt man sie den ganzen Tag einfach laufen, weil keiner der Chauffeure fähig ist, wenn einer absäuft, den wieder zu starten." Ich erinnere mich gut an den schwarzen, stinkend russenden Auspuff-Rauch.

Auch an diese Reise, also die Busreise von Valencia nach El Puig mag ich mich nicht mehr erinnern.

Wir hatten von unseren spanischen Nachbarn, bzw. der Eltern meiner Schulfreundin, die Ferienwohnung für die Herbstferien offeriert bekommen. Wir konnten kein Wort Spanisch. Das Dorf war überschaubar. Tourismus nicht wirklich vorhanden. Die Schwägerin sollte uns die Schlüssel übergeben und uns das Haus zeigen. Das war ja vielleicht ein Abenteuer. Wir konnten uns kaum verständigen, wurden aber von der ganzen Verwantschaft regelrecht eingenommen. Gleich am Abend unserer Ankunft trieben sie uns aus dem Haus: "El Torro! El Torro!" versuchte sie uns zu erklären, was los war. Wir verstanden nicht wirklich weshalb das ganze Dorf auf der Strasse war.

Der Stier wurde durchs Dorf gejagt. Frauen wurden von den Männern getrennt. Meine Schwester wurde zu den Mädchen auf's Dach eines Hauses geschickt, meine Mutter auf den Balkon, möglicherweise war es die Wohnung des Bürgermeisters, eingeladen. Ich blieb bei meinem Vater auf der Strasse. Obwohl, ein Mädchen da gar nichts zu suchen hatte. Bappi hat gezeichnet, was sich da auf der Strasse ereignete. Ich erinnere mich wage, an alte und junge Männer die an Fensterläden, Balkongitter, Brüstungen und Holzwänden hochsprangen um sich vor dem wilden Stier in Sicherheit zu bringen.

Irgendwann hatten wir kein Wasser mehr. Weil man uns vergessen hatte zu zeigen, wie man die Zuleitung zur Zisterne öffnet. Wir wurden mitgenommen auf die Orangen- und Mandarinen-Plantagen. Ich habe nie wieder so fruchtige Zitrusfrüchte gekostet.

Wir fuhren ans Meer, an einen Ort, wir nannten ihn das Ende der Welt, und hatten kurzzeitig Angst, dass wir von dort nie wieder wegkommen würden. Es gab keinen Fahrplan und wir waren uns nicht sicher ob an dem Tag noch ein Bus fährt … Trotzt all der Hindernisse, sind das unvergessliche Ferien-Erlebnisse.


Dies war die letzte Flugreise, die ich mit meiner Mutter gemacht habe. Den ersten Flug mit Mami hatte ich kurz nach meiner Geburt, im Kinderwagen. Mami hat oft erzählt, wie die Stewardessen auf dem Swissair-Flug von Zürich nach Paris Freude an mir gehabt hätten. Zweimal sind wir also bereits miteinander geflogen. Nächste Woche tun wir es wieder und ich hoffe, wir können das Foto von uns dreien genau so wiederholen.

Ein ganzes Album mit Bildern von Vilnius gibt es übrigens in diesem Flickr-Album.